Brands|August 2026

Marjolein Delhaas lässt Raum für das Unerwartete

Ausgehend von einer lebenslangen Faszination für Notizbücher, Agenden, Organisation und handgezeichnete Skizzen kreiert die niederländische Grafikdesignerin Marjolein Delhaas Planer, die sich durch ein cleanes Design, kräftige Farben und moderne Typografie auszeichnen. Sie selbst bezeichnet sie als „kleine Systeme, die helfen, die Gedanken zu strukturieren, ohne sie einzuengen, und Raum für das Unerwartete lassen“. In diesem Herbst hat sie für ARKET eine Linie an Basics für den Arbeitsalltag in einer exklusiven Farbpalette entworfen.

A person in a navy outfit stands in a doorway, leaning against a stone wall. A bicycle wheel is partially visible in the foreground.

Bei ARKET im Büro schätzen und nutzen wir die Planer von Marjolein schon seit Jahren. Im Alltag, der von Notizen auf dem Smartphone, digitalen Kalendern und Informationsflut bestimmt ist, bieten sie einen praktischen Raum, um Gedanken schriftlich zu ordnen. 

In ihrem Studio im niederländischen Rotterdam erklärt sie, dass sie schon immer eine Sammlerin von Gedanken und Erinnerungen gewesen sei und dass ihre eigene Schreibwarenserie basierend darauf entstanden sei, was sie sich selbst wünschte. 

„Früher hatte ich diese Schulhefte, in denen ich Karteikarten, Notizen und Skizzen sammelte. Sie waren wie Agenda und Notizbuch in einem. Ich liebe es, mit Bindungen, Papier und Einbänden zu experimentieren, und Typografie war schon immer mein Ding. Alle im Einzelhandel erhältlichen Notizbücher kamen mir langweilig, konventionell und zu strukturiert vor – einfach zu öde. Deshalb beschloss ich, selbst eins zu kreieren, das meine Bedürfnisse erfüllte. Anfangs fertigte ich sie nur für mich selbst, und zwar so, wie ich es mag: Minimalistisch, kräftige Farben und ausdrucksstarke Typografie. Ich wollte Objekte schaffen, die die Umgebung verschönern. Ich betrachte sie als kleine Systeme, die helfen, die Gedanken zu strukturieren, ohne sie einzuengen, und Raum für das Unerwartete lassen.“  

Person flipping through a spiral-bound planner with "Day Plan" and "To Do" headings on lined pages, checking off a task with a sticker.
A woman kneels beside an open cardboard box, unpacking pink books labeled "1-365," with more books stacked on a metal shelf nearby.

Diese Planer fördern eine sehr analoge und praktische Herangehensweise an alltägliche Aufgaben. Würdest du sagen, dass dies auch deine Lebensweise widerspiegelt? 

Ich denke, sowohl analoge als auch digitale Medien haben ihre Daseinsberechtigung. Doch für mich hat das Schreiben und Zeichnen, der Prozess, die Gedanken aufs Papier zu bringen, etwas, das schon immer grenzenlos war, während der Bildschirm Grenzen setzt.   

Ich sehe das Bedürfnis junger Menschen heutzutage: Sie sehnen sich nach analogen Ausdrucksformen. Aber ich denke, man kann die Vorteile beider nutzen.  

Bei meiner Arbeit beginne ich immer mit einem großen, leeren Blatt Papier. Ein Bildschirm schränkt meine Gedanken und Ideen ein. Ich gehe meist von meinen eigenen Bedürfnissen aus und baue darauf auf. Es geht mir nicht darum, krampfhaft an der Struktur festzuhalten, sondern vielmehr darum, immer wieder von vorn anzufangen. Experimentieren ist analog einfacher – aber nach dem Skizzieren und Ausprobieren verschiedener Ansätze nutze ich den Computer, um mein Werk zu verfeinern.  

Ich liebe meine analogen Notizbücher, aber es stimmt auch, dass ein Papierkalender keine Benachrichtigungsfunktion hat. 

Open black bag containing a bright orange notebook titled "Things To Do Today," with keys and a rolled-up magazine inside.

Voller oder leerer Kalender?  

Was mein Sozialleben angeht, plane ich lieber nicht. Ich mag Überraschungen. Ich bin eigentlich kein impulsiver Mensch, aber im sozialen Bereich schätze ich Spontaneität. Wenn man ständig ausgebucht ist, vergehen die Wochen viel zu schnell. Gleichzeitig werde ich nervös, wenn ich meinen Arbeitsalltag nicht plane. Sobald ich etwas organisiert habe, fühle ich mich entspannt und habe den Überblick. Deshalb versuche ich, meine Arbeit zu planen. 

 

Wie sieht ein typischer Tag in deinem Studio aus?  

Manchmal stürze ich mich einfach in meine Arbeit – ohne einen Plan, dafür aber voller Inspiration. Doch diese Tage vergehen oft so schnell, und abends habe ich das Gefühl, nichts geschafft zu haben, obwohl ich den ganzen Tag beschäftigt war. Ich habe gemerkt, dass ich mir mehr Freiraum nehme und die Arbeit auch erfüllender finde, wenn ich mich vorher hinsetze und meinen Tag und meine Arbeit sorgfältig plane. 

Ich empfinde Routinen als langweilig, aber seit ich Kinder habe, brauche ich gewisse routinemäßige Abläufe in meinem Leben. Ich denke, es geht darum, die richtige Balance zu finden. 

 

Was kommt dir in den Sinn, wenn ich „Rückkehr in den Alltag“ sage? 

Nach dem Urlaub sehne ich mich nach einer gewissen Struktur. In meiner Freizeit entdecke ich manchmal Dinge, die mich auf besondere Weise ansprechen, und ich verspüre die Sehnsucht, in mein Atelier zurückzukehren und wieder kreativ zu sein.  

Ich bin ein bisschen chaotisch, aber gleichzeitig auch extrem strukturiert. Grauzonen dazwischen gibt es nicht.