Mode und Architektur mögen auf den ersten Blick nicht viel gemeinsam haben, doch für Iselin Steiro sind sie eng miteinander verbunden. Als erfahrenes Model, das sich nach einer langjährigen, erfolgreichen Karriere als Architektin und Designerin neu orientiert hat, sieht sie in beiden Bereichen Möglichkeiten, sich mit den Objekten, Räumen und Ideen auseinanderzusetzen, die uns umgeben.
Was zieht uns zu einem Konzept oder einer Idee hin?
„Ich habe viel darüber gelesen. Während meines Architekturstudiums hatte ich das Gefühl, dass wir uns damit nicht genug beschäftigt haben – es wurde eher als etwas Magisches dargestellt. Deshalb habe ich versucht, herauszufinden, was Schönheit ist und wie unsere Umgebung uns beeinflusst.
Was ich bisher erfahren habe, ist, dass alles, was uns im Leben begegnet – Orte, Kleidung, Kunst – den Intellekt umgehen und eine emotionale und physiologische Reaktion auslösen muss. Dann gibt es noch das Sichtbare, worüber wir reden können, also eher etwas auf intellektueller Ebene. Aber es ist eine Mischung. All diese Dinge wirken gleichzeitig. Es ist subjektiv, aber es gibt auch universelle Aspekte, und es hängt auch mit der Persönlichkeit zusammen. Es liegt am Bauchgefühl. Aber ich denke, dieses Bauchgefühl ist von vielen Erfahrungen geprägt.
Iselin wuchs auf den Lofoten in Norwegen auf, einer Landschaft, die für ihre beeindruckende natürliche Schönheit bekannt ist, und entwickelte dort etwas, das sie als „positiven Materialismus“ bezeichnet: eine tiefe Wertschätzung für die physische Welt und die Umgebungen, die wir gestalten und bewohnen.